St.-Nikolai-Kirche

Adresse
Auf dem St. Nikolaikirchhof 2
Stralsund
Mecklenburg-Vorpommern

18439
Deutschland


St. Nikolai Kirche von der Marienkirche aus betrachtet

 

Die Kirche ist mit 103 Metern (Südturm) etwas kleiner als die Marienkirche am Neuen Markt. Ihre Gesamtlänge beträgt 87 Meter, die Höhe des mittleren Kirchenschiffs 29 Meter. Die beiden Seitenschiffe sind nur halb so hoch. Im gleichen Längenverhältnis stehen die Breite des Mittelschiffes mit ca. 13 Metern zur Breite der Seitenschiffe.

Die Breite der beiden Türme beträgt jeweils unten 16,09 Meter und oben 14,60 Meter. Der südliche Turm misst bis zum Wetterhahn 102,60 Meter (davon sind 58,07 Meter gemauerter Backstein). Das Mauerwerk der Türme ist oben 2,14 Meter stark.

In einem der Türme hängt das dreistimmige Geläut mit der Disposition cis′ – d′ – e′.

Im Jahr 2003 wurde der nördliche Zugang vom Alten Markt wiederhergestellt. Imposanter jedoch ist der westliche Haupteingang, den man vom Stralsunder Rathaus durch den Buttergang kommend betritt.
Ausstattung

Je neun Arkadenpfeiler trennen das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe voneinander. Mit den beiden Eckpfeilern im Chorschluss stehen damit zwanzig Pfeiler im Kirchenraum. Die westlichen Pfeiler gehören zum eigentlichen Kirchenschiff, die östlichen tragen den Hohen Chor. Die Pfeiler im Schiff sind achteckig ausgeführt, die Pfeiler des Chores rautenförmig.

Gut erhalten bzw. derzeit aufwändig restauriert sind Zeichnungen und Malereien an den Wänden und Stützpfeilern der Kirche.

Viele Bilder, Altäre und andere Kunstwerke der Kirche wurden am 10. April 1525 beim Stralsunder Kirchenbrechen zerstört. In den Folgetagen wurden zwar viele Güter wiederbeschafft, die von Plünderern weggebracht worden waren. Diese allerdings wurden auf Hinwirken des Rates der Stadt, darunter Bürgermeister Franz Wessel, im Hof des Katharinenklosters vergraben, „damit nicht mehr Abgötterei und Missbrauch damit getrieben werde“, wie es Franz Wessel formulierte[1]. Später wurden viele gotische Bauteile durch barocke ersetzt, die farbliche Gestaltung wich bis 1702 der Farbe Weiß. Von 1891 bis 1909 dauerte die Wiedererneuerung der Kirche mit der Wiederherstellung der Farbgestaltungen.

Buchholz-Orgel
→ Hauptartikel: Orgel der St.-Nikolai-Kirche (Stralsund)
Die Buchholz-Orgel 2007
Die Schuke-Orgel neben dem Hochaltar 2012

Die große, ältere Orgel stammt aus dem Jahr 1841 und zählt zu den in Nordeuropa seltenen erhaltenen Orgeln der Frühromantik. Sie wurde von Carl August Buchholz gebaut. Mit drei Manualen, Pedal und 56 Registern ist sie eine der größten Buchholz-Orgeln, die erhalten geblieben sind. Die umfangreiche Restaurierung der Orgel auf einer Empore im Westteil der Kirche konnte im Oktober 2006 abgeschlossen werden. Das Prospekt ist seitdem wieder im originalgetreuen porphyrnen Farbton gehalten.
Schuke-Orgel

Das zweite Instrument wurde 1986 von Alexander Schuke gebaut. Das größere Instrument, die Buchholz-Orgel, war nach vielen Umbauten und wegen der Einstellung der Pflege aufgrund von Restaurierungsarbeiten an der Kirche in den 1970er Jahren nur noch sehr schlecht spielbar.

Der Organist Günter Wehmer, der seit 1956 an der Nikolaikirche tätig war, setzte sich für ein neues Instrument ein. Die Potsdamer Firma Schuke errichtete im südlichen Seitenschiff, auf einer Seitenempore, eine Orgel mit Schleifladen, die auf zwei Manualen und Pedal über 22 Register verfügt. Diese Orgel, die sich auf Höhe des Hochaltars befindet, diente seit ihrer Einweihung am 12. Oktober 1986 der Begleitung der Gottesdienste. Sie wird auch nach der Restaurierung der größeren Buchholz-Orgel weiterhin genutzt. Disposition der Schuke-Orgel:
I Rückpositiv C–
1. Holzgedackt 8′
2. Principal 4′
3. Rohrflöte 4′
4. Nasard 2 2⁄3′
5. Gemshorn 2′
6. Terz 1 3⁄5′
7. Siffflöte 1′
8. Scharff III-V
9. Krummhorn 8′
Tremulant

II Hauptwerk C–
10. Quintadena 16′
11. Principal 8′
12. Koppelflöte 8′
13. Oktave 4′
14. Spitzflöte 4′
15. Oktave 2′
16. Mixtur VI
17. Trompete 8′

Pedal C–
18. Subbass 16′
19. Oktavbass 8′
20. Choralbass 4′
21. Rauschpfeife IV
22. Posaune 16′

Koppeln: II/I, I/P, II/P

Quelle: de.wikipedia.org

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