Datum/Zeit
Veranstaltungstag(e) - 31/12/2026
20:00 Uhr
Veranstaltungsort
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
Kategorien
Silvester-Festkonzerte 2026
mit
CONCERTO BRANDENBURG
auf historischen Instrumenten
Termine:
Do. 31.12.2026
1. Konzert: 15.30 Uhr
2. Konzert: 20.00 Uhr
Ort:
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin

Mitwirkende:
Concerto Brandenburg auf historischen Instrumenten
Johannes Gaubitz, Tenor
Christian-Friedrich Dallmann, Künstlerische Leitung
Programm:
JOSEPH HAYDN (1732 – 1809)
Sinfonie Nr. 31 D-Dur Hob I:31
1. Satz – Allegro
WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756 – 1791)
- Arie für Tenor und Orchester
„Con ossequio, con rispetto“ (KV 210) - Menuett (2) aus dem Divertimento (KV 131)
- Szena: Rezitativ und Arie für Tenor und Orchester
„Misero! O sogno! … Aura, che intorno spiri“ (KV 431) - Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183
(Konzertdauer ca. 75 Min. ohne Pause)
Eintrittskarten:
35,- EUR Einheitspreis auf allen Plätzen / freie Platzwahl
ONLINE Ticket Verkauf (hier klicken)
– Vorverkauf alle Theaterkassen (zzgl. Vorverkaufsgebühren)
– eventim.de (zzgl. Vorverkaufsgebühren)
Ermäßigte Karten 25,- EUR
Vorverkauf ermäßigte Karten nur in der Gedächtnis-Kirche oder bei AURIS Musik Management
Online-Bestellformular auris Musik Management
Tel. 030 / 61 28 04 61, E-Mail: karten@auris-berlin.de
Veranstalter:
Kulturring in Berlin e. V. / Concerto Brandenburg
Presseinformation:
Petra Hildebrand-Wanner, E-Mail: info@auris-berlin.de
Tel. 030 / 61 28 04 61, Tel. 0170 / 930 17 59
Der Solist:
Johannes Gaubitz

Seit seinem Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Freiburg i. Br. bei Prof. Dorothea Wirtz und als Privatstudent bei Prof. Matthias Goerne in Lübeck, das er mit Auszeichnung abschloss, ist Johannes Gaubitz vor allem als freischaffender Konzertsänger aktiv.
Hierbei sang er unter Dirigenten wie, Frieder Bernius, Thomas Hengelbrock, Philippe Herreweghe, Rene Jacobs, Alexander Joel, Benjamin Reiners, Skip Sempe, Jaroslav Thiel, Wolfgang Katschner, Jörg Endebrock und Roland Wilson.
Regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn u.a. mit dem Wroclaw Baroque Orchester, dem {oh!} Orkiestra Historyczna Katowice, Arte Dei Suonatori, il Gardellino baroque Orchestra, der Streicherakademie Bozen, L’arpa festante München, La Folia Barockorchester, Musica Fiata, Concerto Köln der Lautten Compagney Berlin und der Akademie für Alte Musik Berlin.
Johannes Gaubitz debütierte 2008 am Staatstheater Braunschweig als 2. Edler in Wagners Lohengrin. Dort folgte die Rolle des Spatz in Richard Ayres´ Oper The cricket recovers. Szenische Produktionen der Johannespassion von J.S. Bach führten ihn an das Theater Osnabrück und den Berliner Dom. 2025 war er in der Rolle des Fabius in Reinhard Keisers Oper Octavia bei den Händelfestspielen Halle zu erleben.
Er ist Preisträger des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg und seit 2017 festes Mitglied des Solistenensembles Polyharmonique. Seit 2018 wird Johannes Gaubitz vom Berliner Gesangspädagogen Sami Kustaloglu betreut.
ONLINE Ticket Verkauf (hier klicken)
Anmerkungen zum diesjährigen Konzert:
Ein Novum: Das Orchester hat erstmals überhaupt in der mehr als zwanzigjährigen Tradition der Silvester-Festkonzerte einen Tenor verpflichtet!
Thematisch steht am letzten Tag des Jahres eine hochdramatische Konzertarie von Wolfgang Amadeus Mozart im Mittelpunkt: „Misero! O sogno! … Aura, che intorno spiri“ (KV 431) Er notiert über der Niederschrift „Szena“,was fast einer Opernminiatur gleichkommt. Dann gibt es noch ein viel kleinere, schalkhafte Konzertarie, Lobpreisung einer Person, mit vernichtender Brüskierung am Ende – In der Literatur heißt das „ironische Lobrede“. Nicht Don Quijote redet in „Con ossequio, con rispetto“, Capitano Faccenda ist eher ein Till Eulenspiegel in dieser „Kofferarie“, die Mozart zu Niccolò Piccinnis Oper „L’astratto ovvero Il giocatore fortunato beisteuerte. (Beide Arien entstanden im Abstand von 8 Jahren).
Der Solist Johannes Gaubitz, ist grandios, virtuos und ausdrucksstark. Genau der richtige Mann für die beiden Mozart-Arien, die darstellerischen Enthusiasmus brauchen. Eingerahmt werden die beiden Charakterstudien von zwei sehr verschieden gestrickten sinfonischen Werken. Den Auftakt macht die muntere Sinfonie Nr. 31, die Joseph Haydn (noch) als Vize-Kapellmeister für seinem ersten Dienstherren Nikolaus I. Esterházy de Galantha – dem „Prachtliebenden“ komponierte. Die Besetzung trägt der fürstlichen Prachtliebe durchaus Rechnung: Vier, statt der sonst üblichen zwei Hörner – Beiname: „Mit dem Hornsignal“. Haydn experimentiert – freilich auf höchstem Niveau – heraus kommen Optimismus und Spielfreude. Ganz anders die abschließende Mozart-Sinfonie aus dem Jahr 1773, die düster und tragisch in g -moll schwingt. 1774 kam Goethes „Werther“ heraus. Wir erleben Haydn und Mozart im Zeitalter der Aufklärung zwischen 1765 und 1785 – literarisch ist das die Zeit des „Sturm und Drang“.
„Ein initialer Gedanke des diesjährigen Silvester-Festkonzerts von Concerto Brandenburg in der Kaisert-Wilhelm-Gedächtnichkirche war, ein Programm zu gestalten, in dem vier Hörner eine besondere Rolle spielen. Nach dem ersten Satz der „Hornsignal“- Sinfonie folgt eine Konzert – Arie, die in heiterer Manier ein bekanntes menschliches Thema ironisch kommentiert. Danach spielen wir ein Menuett aus dem Divertimento KV 131, in der die vier Hörner exponiert über längere Passagen ganz allein zu hören sind, ein Kuriosum in der Musikgeschichte“, erzählt Christian-Friedrich Dallmann (mus. Leitung) im Interview mit Ingo Knechtel für „kultur.txt“ vom Kulturring in Berlin e.V.
„Nach dem Menuett (aus dem Divertimento)“, verrät uns C.F. Dallmann, „folgt die große Tenorszene – das eigentliche Zentrum des Konzerts, in dem Mozart den Sänger über seine innere Verzweiflung und Zerrissenheit sprechen lässt. Darum muss danach die Sinfonie g-moll KV 183 folgen, in der Mozart wieder vier Hörner benutzt, und wiederum genau diese Gefühle unterstreicht. Selbst im langsamen Satz findet er keine Ruhe, findet keine Melodie und schreibt nur Seufzer. Die Stimmung des ersten Satzes überfällt uns im letzten Satz nochmal“, so Dallmann weiter, „für mich ist das das aktuelle Bild unserer Welt: Wut und Ratlosigkeit, aber auch aufkeimende Zuversicht.“
Ein, aufwühlendes, ein nachdenkliches, ein fröhliches und versöhnendes Konzert. Wir freuen uns auch in dieem Jahr wieder auf Ihren Besuch!
